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Loyalty-Programme als Alternative zu Amazon & Co.

Kein eigener Markenauftritt, hohe Gebühren, Preisdruck und Konkurrenzkampf - Händler suchen zunehmend nach Alternativen zu Marktplätzen.
Shoop.de | 20.06.2018
© Pixabay / Kreatikar
 

Neben dem eigenen Online-Shop auch noch auf Online-Marktplätzen präsent zu sein, gehört heute für viele Händler zum Unternehmensmodell - vor allem da sich Marktplätze wie Amazon bei vielen Verbrauchern als Suchmaschinen für Produkte etabliert haben. Doch das Verhältnis ist angespannt und Händler und Hersteller suchen zunehmend nach Alternativen. Und bei dieser Suche sollten gerade Loyalty-Programme nicht außer Acht gelassen werden.

Auch wenn Marktplätze aufgrund ihrer großen Reichweite ein zusätzlicher Kanal zur Zielgruppenansprache und Neukundengewinnung sind, suchen Händler zunehmend nach Alternativen. Die Gründe: Marktplätze fungieren für Verbraucher als Produktdatenbanken. Händlern und Herstellern ist es dabei nicht erlaubt, als Marke in Erscheinung zu treten und ihre Markenwerte zu kommunizieren - gleichzeitig müssen Sie aber hohe Gebühren zahlen und alle Rechte an Produktbildern und Artikelbeschreibungen an den Marktplatz bgeben. Zudem sind Preisdruck und Konkurrenzkampf hier besonders hoch, befinden sich die eigenen Produkte doch in direkter Nachbarschaft zu ähnlichen und sogar nachgeahmten Artikeln. Wenn ein Produkt besonders gut läuft besteht zusätzlich die Gefahr, dass der Marktplatz es ins eigene Sortiment aufnimmt, was zusätzliche Konkurrenz bedeutet.

Mit Inspiration und Zusatzangeboten überzeugen


Dabei können Online-Shops sich durchaus attraktiver und fitter für ihre Kunden machen und sich dabei von Amazon & Co. abheben. Das beginnt schon beim Angebot: Händler und Hersteller haben mit Ihrem Produktportfolio die Möglichkeit, Kunden zu inspirieren - und gerade für Nischenprodukte ist der eigene Online-Shop der richtige Platz. Zudem können sie leichter zusätzliche Services wie Versicherungen und Installation als Komplementärprodukte anbieten. Auch eine attraktive, intuitive und mobil-optimierte User-Journey unterstützt die Mission Kundengewinnung und -bindung. „Relevanz ist die höchste Form der Kundenbindung: Maßgeschneiderte Angebote fördern dabei den engen Austausch zwischen Marke, Verkäufer und Käufer“, sagt Veit Mürz, Geschäftsführer des Cashback-Portals Shoop.de

Loyalty-Programme als effektive Alternative


Auch wenn Händler nicht gänzlich auf einen zusätzlichen Absatzbooster verzichten möchten, lohnt es sich doch, einen Blick auf andere Möglichkeiten der Zielgruppenansprache und Kundengewinnung zu werfen. Die Teilnahme an Loyalty-Programmen zum Beispiel stärkt den Direkt-Vertrieb und somit die Markenbindung. „Händler und Hersteller in Deutschland haben die Möglichkeiten von Loyalty-Programmen für die Kundenbindung noch lange nicht ausgeschöpft.Dabei bieten sie viele Vorteile“, sagt Veit Mürz. Ganz vorne steht dabei, dass Cashback-Loyalty für Advertiser ein flexibler Kanal ist, der nicht an Langzeitvereinbarungen oder signifikante Media-Budgets gebunden ist. Auch ist das Investment in Loyalty-Programme viel geringer als bei Online-Marktplätzen. Die Vermittlungsprovisionen bei Cashback-Portalen zum Beispiel liegt in der Regel bei fünf bis zehn Prozent und damit deutlich unter den 15 Prozent, die Amazon laut Marktkennern an Gebühren erhebt. Zusätzlich können Händler shop-gebundene Wertgutscheine als Cashback-Prämie anbieten, mit dem Vorteil das gesammelte Cashback-Boni der Endkunden und somit gezahlte Provision als Umsatz direkt an den Händler zurückfließt. „Händler und Hersteller müssen Bonusprogramme noch stärker in das Einkaufserlebnis der Verbraucher integrieren und damit sowohl den Einkauf also auch den Dialog mit der Marke belohnen“, erklärt Veit Mürz.