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BIMI bringt das Logo in den Posteingang

Mit BIMI heben sich E-Mails namhafter Versender gegenüber Spam ab und sorgen bereits im Posteingang für die Wiedererkennung der Marke.
Sebastian Kluth | 26.02.2021
BIMI bringt das Logo in den Posteingang © Pixabay / talhakhalil007
 

Was das Jahr 2021 uns auch bringt, es werden voraussichtlich mehr E-Mails versendet als noch 2020. Rund 319,6 Milliarden, schätzen die Experten von Statista. Damit erhält jeder Nutzer immer mehr elektronische Post und es fällt uns immer schwerer, wichtige von unwichtigen E-Mails oder von Spam zu unterscheiden. Betreffzeilen ähneln sich immer mehr und es fällt Versendern immer schwerer, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Für Marketeers eine wirkliche Herausforderung.

Eine reale Gefahr geht von Phishing-Mails aus, die immer besser und technisch optimiert auftreten. Betrüger scheuen vor nichts zurück, um unbedachte Klicks auf gefährliche Links zu provozieren. Das E-Mail-Postfach ist nach wie vor eines der größten Einfalltore für Viren und Malware.

BIMI sorgt für mehr Sicherheit und mehr Aufmerksamkeit für relevante E-Mails im Posteingang. Wer die nötigen technischen Standards erfüllt, bringt mit diesem "Brand Indicators for Message Identification"  das eigene Logo in den Posteingang des Empfängers.

Marken-Wiedererkennung im Posteingang

Mit dem jeweiligen Logo der Marke lässt sich danke BIMI die empfangene E-Mail markieren. Das sorgt zwischen all den Spam-Mails für Vertrauen beim Empfänger, tatsächlich die E-Mail des Absenders zu öffnen. Ein starkes Logo ist das Aushängeschild einer Marke. Es gibt ihr Identität und sorgt für Vertrauen beim Kunden. Für eine Marke ist es deshalb besonders wichtig, das Logo möglichst oft zu zeigen, um beim Endkunden das bereits vorhandene Vertrauen in die Marke zu nutzen und einen hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. BIMI hat daher folgende postive Auswirkungen:

1. Die Verwendung des Markenlogos steigert den Wiedererkennungswert und nutzt die Markenidentität direkt im Posteingang.

2. Die technische Möglichkeit verifiziert die Marke und schafft so Vertrauen bei den Empfängern.

3. Die strengen Vorgaben zur BIMI-Authentifizierung erschweren sehr stark einen Missbrauch der Marken-Domains und schützen somit die Marke und den Empfänger.

Die weltweit größten Mailboxprovider (MBP) haben diese Vorteile erkannt, unter anderem Google, Microsoft und Verizon. Sie haben einen branchenübergreifenden Standard im E-Mail-Marketing bereits eingeführt. Google hat erst kürzlich entschieden, seinen E-Mail-Client Gmail sicherer zu machen und rollt BIMI zurzeit für die Kunden aus.

DMARC bildet die Grundlage

Damit BIMI funktioniert, müssen vom Versender bis zum Empfänger alle Instanzen den Standard BIMI technologisch unterstützen. Um die technische Rahmenbedingungen zu schaffen, müssen sie zuvor Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance (DMARC) erfolgreich implementiert haben. Und auch der empfangende E-Mail-Client muss BIMI unterstützen. Das BIMI Logo im Posteingang ist also ein sichtbares Merkmal für den Empfänger für den Schutz der Domains einer Marke. Das gibt ihm die Gewissheit, nicht auf eine Phishing- oder Spoofing-Mail hereinzufallen.

BIMI hat für alle Beteiligten Vorteile:  

1. Die Marke profitiert von der höheren Präsenz und Sichtbarkeit im Posteingang.

2. Der ESP schützt seine Reputation dadurch, dass über ihn versendete E-Mails eindeutig einem Versender zugeordnet werden können.

3. Der Empfänger kann sich sicher sein, dass die empfangene E-Mail auch wirklich vom Absender stammt und kein Phishing ist.

Die Marke wird so wirkungsvoll vor Missbrauch durch Phishing-Attacken geschützt, die ihrer Reputation und der Performance ihrer Mailings schaden. Ganz neu ist das allerdings nicht. Schon öfter haben MBP individuelle Verfahren entwickelt, um das Logo einer Marke im Posteingang des E-Mail-Empfängers anzuzeigen. Mit durchwachsenem Erfolg, denn ein solcher „Alleingang“ ist für alle Beteiligten aufwändig: Jeder MBP muss sein eigenes Archiv an Logos bereit halten und die Markeninhaber müssen sicherstellen, dass alle MBP das Markenlogo stets aktuell und im für den jeweiligen MBP passenden Format vorliegen haben.

Das alles ist bei BIMI nicht notwendig. BIMI ist ein offener Standard, den jeder implementieren und nutzen kann. BIMI baut auf die bereits existierenden Authentifizierungsstandards Sender Policy Framework (SPF),  DomainKeys Identified Mail (DKIM) und DMARC auf. Und BIMI bietet einer Marke durch die vielfache Platzierung des Logos einen zusätzlichen Werbewert, der insbesondere auch Marketeers schlussendlich überzeugen wird, die der Einhaltung der technisch notwendigen Standards beim E-Mail-Versand bislang wenig Bedeutung zugemessen haben. Und genau diese Standards sind es, die E-Mails sicherer machen, den guten Ruf der Marke nicht nur schützen, sondern weiter ausbauen und den Empfängern ein sicheres Gefühl beim Lesen ihrer E-Mails geben.

Aktuelle Informationen zu DMARC, BIMI und allen Aspekten rund um die E-Mail finden Sie auf den Internetseiten der Certified Senders Alliance (CSA) unter https://certified-senders.org/de

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Über Sebastian Kluth

Sebastian Kluth ist Technical Lead der Certified Senders Alliance (CSA) und in Hamburg ansässiger Experte rund um die Themen des E-Mail Marketings.

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