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Anruf mit einem Klick: Klickbare Nummern

Klickbare Telefonnummern sind überall einsetzbar, wo HTML-Tags unterstützt werden. Sind sie out oder immer noch up-to-date? Dieser Artikel verrät es.
Detlev Artelt | 16.11.2020
Anruf mit einem Klick: Klickbare Nummern © Freepik
 

Die Digitalisierung hat uns längst im Griff. Was noch vor wenigen Jahren utopisch klang, ist heute selbstverständlich. Mobiles Arbeiten, remote Offices und Omnichannel im Kundenservice haben in den Unternehmen Einzug gehalten und werden von Mitarbeitern und Kunden angenommen.

2017 hat das Team der aixvox die klickbaren Telefonnummern aus Webseiten in einem Blogbeitrag als Must-have für guten und nutzerfreundlichen Kundenservice promoted. Wie sieht es heute aus, drei Jahre später?

Sicher ist auch 2020 die Digitalisierung noch nicht abgeschlossen und Userfreundlichkeit und Zeitersparnis sind nach wie vor im Kundenkontakt entscheidend. Eines hat sich jedoch geändert.  Betrachtet man aktuelle Studien ist das Telefon sicher immer noch eines der beliebtesten Kommunikationsmedien, allerdings nicht mehr mit Abstand.

Die Kommunikation per E-Mail oder auch die Interaktion aus dem persönlichen Kundenkonto heraus, haben ebenso zugenommen wie die Kommunikation über soziale Medien oder Live-chat.

Was sich allerdings nicht geändert hat ist die Erwartung der Kunden. Eine schnelle Interaktion und Problemlösung in wenigen Schritten sind 2020 ebenso aktuell wie schon 2017.

Was bedeutet das nun für die klickbaren Telefonnummern? Sind sie out oder immer noch up to date? Bei der Fülle von Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der Zeit und vielleicht nicht nur sein Handy als Endgerät zur Hand hat, bewusst eine klickbare Telefonnummer sucht, relativ gering. Denn Links zu den gängigen Social-Media-Profilen gehören mittlerweile zum Standardrepertoire jeder Website, und auch klickbare E-Mail-Adressen findet man überall.

Aber was ist unterwegs, wenn man nur kurz eine Rückfrage hat oder allgemein, wenn es schnell gehen muss? In der aktuell schnelllebigen Zeit sicher keine Seltenheit. Dann ist das Herauskopieren der Telefonnummer bzw. das Abtippen ein Ärgernis und pure Zeitverschwendung. Trotzdem sind Telefon-Links bzw. Tel:-Links weitaus immer noch weniger verbreitet als die gängigen Mailto:-Links. Dabei profitieren nicht nur mobile User von Ihnen.

Denn auch am Desktop-PC oder Laptop kann die Schnellwahl genutzt werden. Mit einem Klick öffnet sich die Nummer in Telefonie-Lösungen wie Skype for Business oder auch Teams und wird nach einer Bestätigung angerufen. Zudem werden die Links von allen gängigen Internetbrowsern – ob am Desktop oder mobil – unterstützt.

 

An Smartphone und PC

Was erwarten Kunden, wenn Sie ein Unternehmen googlen oder auch eine Unternehmenswebsite aufrufen. Eine schnelle Kommunikationsmöglichkeit. Der Chatbot oder das Kontaktformular sind hier meist wenig hilfreich. Entweder ist keine Echtzeit-Kommunikation gegeben oder man verstrickt sich tippenderweise in einem Dialog mit einem Bot.  Deshalb gilt: Die Telefonnummer darf nicht fehlen und sollte auf der Website auf den ersten Blick sichtbar sein. Ist sie klickbar, genügt  ein Klick, um die Nummer anzuwählen – besonders bequem, wenn man am Smartphone surft.

Am PC funktioniert es genauso: Bei Klick auf die Nummer öffnet der Browser das Tel Protocol.

Daraufhin wird ein Fenster im Telefonie-System, im Beispiel Skype for Business, geöffnet, in dem die Nummer direkt per Voice over IP angerufen werden kann.

Einfache HTML-Tags

Ein solcher Link lässt sich ganz einfach auf der eigenen Webseite einbinden, indem man einen normalen HTML-Link, der mit „tel:“ eingeleitet wird, verwendet. Dies funktioniert genauso wie der „mailto“-Tag. Die verlinkte Nummer sollte ohne Leerzeichen eingegeben werden, getrennt werden kann sie mit Bindestrichen. Dazu empfiehlt es sich, die internationale Telefonnummer, beginnend mit „+“ und dem Ländercode, anzugeben. Die „0“ vor der Ortsvorwahl sollte weggelassen werden.  Der dargestellte Link-Text kann beliebig verändert werden. Das kann beispielsweise so aussehen:

<a href=”tel:+492414133100″>+49 241 4133-100</a>

 

Das funktioniert auch elegant im Text eingebunden oder mit Skype-Namen.

Auch in E-Mails nutzbar

Klickbare Telefonnummern sind nicht nur auf Webseiten einsetzbar, sondern überall dort, wo HTML-Tags unterstützt werden. So ist die Funktion auch für die Nutzung in E-Mails interessant, da diese besonders häufig mobil abgerufen werden. Ob in der persönlichen Signatur oder als Call-to-Action im Newsletter – Telefon-Links können dafür sorgen, dass E-Mails häufiger zu telefonischen Anfragen führen – und seltener verpuffen.

 

Somit stellen klickbare Telefonnummern auch 2020 immer noch einen interessanten Kniff dar, der dem Nutzer und somit auch Unternehmen einen deutlichen Mehrwert bietet. Ein kleiner HTML-Tag genügt, um den eigenen Online-Auftritt userfreundlicher zu gestalten. Warum haben sie sich in den letzten Jahren nicht flächendeckend durchgesetzt? Vielleicht sind bei der Fülle der Kommunikationskanäle und der innovativen Lösungen im Bereich AI, Bots und Messenger das Telefon aus dem Bewusstsein der Unternehmen gerückt. Doch seien wir ehrlich, Sprache und das Telefon werden auch in den kommenden Jahren nicht wirklich aus der Mode kommen – ebenso wenig wir klickbare Telefonnummern.

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Über Detlev Artelt

Detlev Artelt ist Geschäftsführer der aixvox GmbH, einem herstellerunabhängigen Beratungsunternehmen in Aachen. Er agiert als Sprecher und Moderator.

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