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Voestalpine stärkt Unternehmenskultur mit System

Führungskräfte werden zu Botschaftern. Die E-Mail als Motivationskanal und Verstärker. Unternehmenskultur in die richtige Sprache übersetzt.
Melanie Schopper | 14.10.2021
© Pixabay / talha khalil
 

Automatisierte Workflows bieten nicht nur im Dialog mit (potenziellen) Kunden erhebliche Chancen, sondern auch in der internen Kommunikation, wie das folgende Beispiel aus der Praxis zeigt. Mit „High Five!“ wird durch Ambassador Ernst Balla eine Initiative begleitet, die sich der positiven Entwicklung der Unternehmenskultur innerhalb der Metal Forming Division des voestalpine-Konzerns widmet.

Bei mehr als 12.000 Mitarbeitern an rund 50 Standorten in 17 Ländern weltweit ist es eine gewichtige Herausforderung, eine attraktive Unternehmenskultur zu etablieren und dafür Sorge zu tragen, dass die gemeinsamen Werte tatsächlich gelebt werden. Aus diesem Grund galt es, die angestrebten Prinzipien in kontinuierlichen Kommunikationsprozessen zu verankern. Dabei setzt das Projektteam unter anderem auch auf automatisierte E-Mail-Sequenzen.

Führungskräfte werden zu Botschaftern

Wertschätzend, exzellent, kundenfokussiert, gemeinsam, eigenverantwortlich – die fünf Prinzipien der Division lassen sich schnell an einer Hand abzählen, aber damit ist es natürlich nicht getan. Um diesen Worten Bedeutung einzuhauchen und daraus Richtwerte abzuleiten, die tatsächlich Orientierung in der täglichen Zusammenarbeit stiften können, setzen die Projektverantwortlichen auf verschiedenen Ebenen an.

In der Roll-out-Phase richtete sich die Aufmerksamkeit zunächst primär auf die Führungskräfte. Im Rahmen des High-Five!-Programms nehmen diese eine wichtige Rolle als Botschafter ein. Sie leben die Prinzipien vor, fördern diese oder fordern sie, wenn notwendig, ein. In einem ersten Schritt wurden mehrere Workshops abgehalten, in denen nicht nur Denkanstöße geliefert, sondern auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskultur abgeleitet wurden. Ein erstes Etappenziel war damit zwar erreicht, jedoch entscheidet das Dranbleiben an den Themen über die gewünschten Effekte.

Die E-Mail als Motivationskanal und Verstärker

Das Projektteam suchte also nach einer Möglichkeit, um einerseits den Wissenstransfer zu erleichtern und andererseits die aktive Gestaltung der Unternehmenskultur nachhaltig ins Gespräch zu bringen. Dies gelang unter Rückgriff auf die im Konzern bereits etablierte E-Mail-Marketing-Software: Eine automatisierte, mehrstufige E-Mail-Sequenz im Anschluss an den Workshop versorgt die Teilnehmer mehrere Monate lang mit Anregungen und kleinen Nachdenkeinheiten. Zusätzlich liefern die E-Mails praktische Ressourcen wie etwa einprägsame Stories, Videos oder Poster, die mit den Mitarbeitern geteilt und besprochen werden können. Außerdem wurden in den Workflow vier Erinnerungsmails integriert. Diese werden nur dann ausgelöst und versendet, wenn ein Abonnent eine bestimmte Anzahl von Impuls-Mails ignoriert.

Unternehmenskultur in die richtige Sprache übersetzt

Aufgrund des Erfolgs dieser Maßnahme wurde der Workflow bereits in mehreren Sprachen umgesetzt und soll künftig in allen Gesellschaften der Division zum Einsatz kommen. In den Impulsmails zeigt High Five! Ambassador Ernst Balla Sinn für Humor. Gemeinsam mit wertvollen Lektionen rund um Themen wie Teamarbeit, Selbstmanagement und Wertschätzung gewährt er den Mitarbeitern auch persönliche Einblicke und schafft mit bildhaften Beispielen die Grundlage für Identifikation.

E-Mail-Statistik ermöglicht Bewertung der Maßnahmen

Um das Niveau der Zusammenarbeit und Unternehmenskultur zu beurteilen, reichen Kennzahlen allein natürlich nicht aus. Dennoch lässt sich aufgrund der überdurchschnittlichen Werte von Öffnungs-, Lese- und Klickrate auf eine hohe Akzeptanz der Maßnahme schließen. Um den Erfolg der Kampagne zu evaluieren, holt sich das Projektteam zudem regelmäßig qualitatives Feedback ein. Über die Impulsmails werden die Mitarbeiter außerdem dazu aufgerufen, Ideen und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Weitere Szenarien in Planung

Im Bereich der Human Resources gibt es eine Vielzahl von Prozessen, die anhand von automatisierten Mail-Sequenzen optimiert werden können, beispielsweise beim Onboarding. Bei Eintritt ins Unternehmen startet ein Workflow, der neue Mitarbeiter peu à peu mit relevanten Eintrittsinfos und Schulungsangeboten versorgt und auch Feedbackschleifen vorsieht. Abteilungs- oder themenbezogene E-Mail-Kurse sind ein weiteres Einsatzfeld, wie auch Vorbereitungsserien im Rahmen von Personalentwicklungsprogrammen. Diese Szenarien werden zurzeit geprüft, da das Potenzial erweiterter E-Mail-Serien erkannt wurde.

 

Weitere Informationen unter www.eworx.at