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Digitales Angebot als Retter der Innenstadt

Damit eine Innenstadt langfristig ansprechend bleibt, muss sie sich stetig weiterentwickeln.
Andreas Köninger | 19.11.2021
© freepik / 108motiongraphic
 

Auch wenn der letzte bundesweite Lockdown bereits Monate zurückliegt, kehrt der lokale Einzelhandel bisher nicht zur alten Stärke zurück. Dies hat vielfältige Gründe: Zum einen werden größere Menschenaufkommen weiterhin gemieden. Zum anderen verlieren Innenstädte aufgrund der geringen Vielfalt zusehends an Attraktivität. Während stationäre Händler langsam immer weiter aus dem Stadtbild verschwinden, häufen sich Leerstände einerseits, kombiniert mit Neueröffnungen von bekannten Optikerketten, Mobilfunkshops oder Drogerien andererseits. Eine Entwicklung, die Geschäftsleuten, Bürgern und Kommunen gleichermaßen Sorgen bereitet. Schaffen die regionalen Geschäfte die Kehrtwende nicht, gehört gemütliches Schlendern und Bummeln bald der Vergangenheit an. Damit eine Innenstadt langfristig ansprechend bleibt, muss sie sich stetig weiterentwickeln, Aufenthaltsqualität bieten und dazu auch innovative neue Konzepte realisieren. Für eine lebendige Zukunft gilt es eine Symbiose aus dem innerstädtischen Angebot und rein digitalen Inhalten zu schaffen. Einkaufen ist nicht mehr Thema Nummer eins für Innenstädte.


Einkaufen leicht gemacht 

Digitale Medien sind bei vielen Menschen nicht mehr aus dem Alltag 
wegzudenken, dabei stellt das Smartphone den Mittelpunkt der Aktivitäten dar. Eben jenes Potenzial gilt es als Innenstadt zu nutzen und ein attraktives Angebot zu schaffen, das sowohl zum digitalen als auch analogen Verweilen einlädt. Damit ein virtuelles Konzept überhaupt funktionieren kann, gilt es eine flächendeckende Konnektivität zu gewährleisten. Städtische WLAN-Netzwerke mit ausreichender Bandbreite bieten Bürgern die Möglichkeit, im Zentralgebiet eine Internetverbindung herzustellen und damit das breite Onlineangebot problemlos zu nutzen. Funklöcher und schlechte Verbindungen gehören damit der Vergangenheit an. Nicht zu vergessen, dass eine Mobilfunkverbindung rund 25-mal mehr Energie verbraucht als eine WLAN-Verbindung. Die beste Vernetzung bringt jedoch nichts, wenn keine innovative Plattform zur Verfügung steht, die das vorherrschende Leistungsvermögen ausnutzt. Stichwort: virtuelle Marktplätze. Sie bieten sowohl Händlern als auch Kunden, Bürgern und Touristen weitreichende Vorteile und Möglichkeiten. Während Gewerbetreibende mithilfe eines eigenen Onlineshops eine digitale Regalverlängerung erhalten, können sich Besucher unter anderem über aktuelle Aktionen informieren oder Bonus- und Kundenkarten stets griffbereit haben. 


Blick Richtung Zukunft 

Frei verfügbares WLAN, ein digitaler Marktplatz und eine intuitive Stadt-App stellen die Grundpfeiler für das Konzept Innenstadt 3.0 dar. Es ermöglicht die virtuelle Zusammenkunft aller Bürger, Dienstleister, Einzelhändler, Gastronomen sowie der Stadt. Sämtliche Interessengruppen haben die Möglichkeit, innerhalb der App ihre Dienste und Services anzubieten. Ganz gleich ob eine Tischreservierung beim Italiener um die Ecke, die Überprüfung der Verkehrslage inklusive praktischem eTicketing oder die Planung des nächsten Arztbesuches. All diese Aktivitäten lassen sich auf einer Plattform gebündelt durchführen. Auf diese Art und Weise entsteht eine umfängliche Win-win-Situation: Während Rezipienten ein umfangreiches Serviceangebot erhalten, profitieren lokale Institutionen von einer erhöhten Aufmerksamkeit. Auch die seit Langem geforderte Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung erlebt mit dem Konzept Innenstadt 3.0 einen Aufschwung, der hinsichtlich des Onlinezugangsgesetzes (OZG) dringend notwendig ist. Ebenjene Vorschrift verpflichtet dazu, alle Verwaltungsleistungen, wie beispielsweise den Zugang zu Formularen oder passende Terminvereinbarungen, über entsprechende Portale anzubieten. 

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Über Andreas Köninger

Spezialist für Digitalisierung und Vorstand der SinkaCom AG

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